Entfernung der Gallenblase

(Cholezystektomie)

Gallensteine sind eine relativ weit verbreitete Erscheinung, die Schmerzen im Oberbauch, Entzündungen, Nahrungsmittelunverträglichkeit und Durchfälle auslösen. Ihr Arzt kann einen chirurgischen Eingriff empfehlen, um Ihnen die Gallenblase zu entfernen. Die Entscheidung für oder gegen einen solchen Eingriff liegt bei Ihnen. Diese Zusammenfassung wird die Vorteile und Risiken eines Eingriffs darstellen.

Anatomie

Bestimmte Sekrete, genannt "Galle", werden in der Leber hergestellt. Die Galle hilft bei der Verdauung von Nahrung. Die Gallenblase ist eine kleine Tasche, die unter der Leber auf der rechten Seite des Bauches liegt.

Gallenflüssigkeit wird von der Leber zur Gallenblase transportiert, wo sie zunächst gelagert wird. Beim Genuß von fettiger Nahrung gibt die Gallenblase die Flüssigkeit an den "gemeinsamen Gallengang" ab.

Symptome und ihre Ursachen

In der Gallenblase können sich Steine bilden. Diese Steine können sich bewegen und so den Ausführungsgang der Gallenblase blockieren. Dies verursacht starke Schmerzen. Der Schmerz befindet sich dann hauptsächlich auf der rechten Bauchseite, nachdem man fettige Nahrung wie Pizza oder Eier oder andere Reizstoffe wie Kaffee zu sich genommen hat.

Die Gallensteine können auch Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Infektionen hervorrufen. Blockiert ein Stein den "gemeinsamen Gallengang", kann er Schmerzen verursachen, eine gelbliche Verfärbung der Haut (bekannt als Gelbsucht), sowie Entzündungen der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse bedingen.

Alternative Behandlungen

Nahrungsumstellungen können manchmal eine Besserung der Symptome bewirken, können aber nicht die Gallensteine beseitigen. Das Risiko Gallenkoliken oder im schlimmsten Fall eine Gallenblasenentzündung zu bekommen, ist sehr groß.

Sind einmal Gallenbeschwerden aufgetreten so kann nur eine komplette Gallenblasenentfernung eine erneute Kolik oder eine Entzündung verhindern. Alternative Behandlungen sind aufschiebend, aber nicht von Erfolg gekrönt.

Chirurgische Behandlung

Es gibt zwei Arten die Gallenblase zu entfernen. Eine Methode wird über einen großen Einschnitt in die Haut vorgenommen und heißt "Cholezystektomie". Die Standardmethode wird über Endoskope und wesentlich kleinere Hauteinschnitte vorgenommen und heißt "laparoskopische Cholezystektomie".
gallenblase
OP-Foto
Die Vorteile einer laparoskopischen Operation sind eine kürzere Erholungszeit und daher ein kürzerer Aufenthalt im Krankenhaus. Leider ist nicht jeder Patient für diese Art Eingriff geeignet. Zum Beispiel können Patienten, die bereits am Bauch operiert wurden, manchmal keinen laparoskopischen Eingriff vornehmen lassen.

Zum Teil  beginnt der Chirurg mit einer laparoskopischen Operation, muss dann aber auf die offene Methode zurückgreifen. Dies ist zum Beispiel gelegentlich bei stark entzündeten Gallenblasen notwendig.

Als relativ neue, aber inzwischen etablierte Methode, steht die Bauchspiegelung ohne Narbe zur Verfügung (SILS). Hierbei wird am Nabelgrund ein kleiner Schnitt vorgenommen. Weitere Schnitte sind nicht notwendig. Die Wunde am Nabelgrund verheilt, ohne dass später Narben sichtbar sind. Einziger Nachteil dieser Operationsmethodeist, dass sich die OPDauer etwas verlängert.


Postoperativer Verlauf

Bereits am Tag der Operation können Sie wieder leichte Kost zu sich nehmen. Wenn Sie mittels einer Bauchspiegelung operiert worden sind, so können Sie das Krankenhaus i. d. R. am zweiten Tag nach der Operation verlassen. Bei einem „richtigen“ Bauchschnitt müssen Sie mit einem etwa einwöchigen stationären Aufenthalt rechnen.

In der Regel können Sie nach der Operation wieder ganz normal essen. In der ersten Zeit werden fette Speisen vielleicht nicht so gut vertragen und sollten gemieden werden. Da nach der Operation der „Galletank“ als Speicher fehlt, fließt die Galle kontinuierlich in den Darm. Dadurch kommt es in seltenen Fällen in der ersten Zeit zu Durchfällen. Diese kann man medikamentös gut behandeln.